Jun 23

Koglrunde geht immer…

Eigentlich wollt ich gestern eine längere Runde fahren, aber ich hab mich verzettelt… Die „Beikräuter“ gehören aus den Gemüsebeeten entfernt, Himbeeren und Ribisel sind erntereif – mit irgendwas muss ich ja mein(e) Hobbys finanzieren und so verging die Zeit. Trotzdem, eine (zumindest kleine) Runde mit dem Renner muss sein und da bietet sich eine „Koglrunde“ an. Da weiss ich genau, wie lange ich brauch, kann abkürzen oder verlängern, kann nirgends pickenbleiben, weil es ausser dem Emmelschuh keine Station (zumindest für mich) gibt. Hab dann die Variante „Koglmauer“ und zusätzlich Panoramaplatz Mörbisch genommen und gut wars…

Jun 17

Tschechien 2017

Eigentlich bin ich ja schon ein Wiederholungstäter: Jährlich einmal hinauf ins Wald- oder Weinviertel und/oder nach Tschechien – Gegend mit dem Crosser erkunden. Die Gegend ausgesucht wird folgendermassen: Interessante Artikel in Zeitungen, Blogs, Fotoseiten etc. sammeln, studieren, wählen, verwerfen… Analoges und digitales Kartenmaterial ebenfalls durchforsten. Ziel wählen. Diesmal wurde gewählt: Veverska Bityska in der Nähe von Brünn. Und angereist wurde mit neuem Equipment. Platzmässig ideal: Im Bulli ist genug Platz für diverse Kisten mit Radlerzeug, Gwand etc. und fürs Radl – theoretisch ginge sogar der Crosser und ein Rennrad – aber es bleibt dabei: Ein (Kurz)-Urlaub wird mit dem Crosser absolviert, ein Ausflug (oder ein Verfahrer) in den Wald, eine Fahrt am Strand/Bach entlang etc. ist kein Problem…
Und hinten dran hängt der kleine Wohnwagen, der (fast) alle Annehmlichkeiten, die sich der nette, ältere Herr vorstellt, bietet: Eiskasten, Gasherd, großes Bett, Tisch und Bank fürs gemütliche sitzen, reichlich Stauraum für diverses (unbedingt notwendiges) Glumpert…
Ausgesucht und angesteuert wird der Campingplatz „Camping Hana“ – ein kleiner, familär geführter Platz neben Veverska Bityska (mit Auto oder Rad in 5 Minuten erreichbar, zu Fuß in ca. 15 Minuten).
Wohnwagen abgekoppelt, in die richtige Position bringen, fertig. Im Nachhinein stellte sich die vorschnelle Platzwahl (im hinteren Teil des Campingplatzes) als Fehler heraus: WLAN reicht nur ungefähr bis zur Hälfte des Platzes… Crosser aus dem Bulli, umziehen, Erkundungstour starten (wo ist der nächste COOP, das nächste Kaffee-/Wirtshaus etc.).
Am Abend noch eine (ungefähre) Runde für Sonntag auf der (analogen) Karte (die gibts auch digital – auch offline verwendbar, sehr empfehlenswert) zusammengestellt, übertragen/nachgezeichnet auf Komoot (damit ichs auf den Garmin rüberspielen kann – und beim fahren ned dauernd die Karte – oder das Wischtelefon – zum nachschauen herausholen muss) und einen Schummelzettel geschrieben (sicherheitshalber). Irgendwo bin ich dann trotzdem falsch abgebogen, die Gegend war aber auch wunderbar, also bin ich halt eine andere Variante gefahren – dada.
Am Abend das selbe Spiel für die Montags-Runde.
Und genauso auch für die Dienstags-Runde (obwohl ich eigentlich einen Ruhetag einlegen wollte).
Den hab ich dann am Mittwoch gemacht: Per Öffis nach Brünn, einen Spaziergang durch die Altstadt und eine Straßenbahnfahrt so einmal quer durch und rundherum…

Kultur und Kunst gäbe es auch genug zu bestaunen/besichtigen (Schlösser, Burgen, Kirchen…), aber das interessiert mich eigentlich (nicht) mehr. Ich fahre um des Fahrens willen, schaue mir die alten/neuen Häuser an, bewundere die kleinen gepflegten Vorgärten/Gemüsegärten, geniesse die Ruhe auf den wenig befahrenen Nebenstrassen und auf den Waldwegen…

mehr Fotos (einfache Knipsereien mit dem Wischtelefon) gibts dada

Jun 16

Alles neu macht der Meu…

Nachdem ja mein letzter Bulli (Ex-Notarzt-Ausführung, langer Radstand, Stehhöhe, Standheizung usw. usf.) ja leider voriges Jahr an multiplen Organversagen verreckt ist, ging ich auf die Suche nach Ersatz. Gar nicht so leicht für einen anspruchsvollen Working Poor ohne Ersparnisse und/oder Schwarzgeldkonten in der Karibik oder sonstwo.
Weit und breit (also in annehmbarer Entfernung – wegen anschauen und so) kein Rettungsauto, Multivan oder ein ähnlicher T4. Spät aber doch (es war schon wirklich dringend – wegen Urlaubsfahrt etc.) hab ich dann doch einen alten, aber relativ schönen, gut erhaltenen Multivan gefunden.
Doch bei der ersten Urlaubsfahrt dann doch die Erkenntnis: Das is nix mit dem kurzen Radstand und der “Normal“-Höhe. Das Radl, das Bett, das ganze sonstige Glumpert füllt den Bulli. Ewiges hin- und hergeräume, anziehen, umziehen, Essen kochen geht (fast) nur outside, irgendwie gehört eine Lösung her. Ich bin ja leider/zum Glück auch keine 20 mehr…
Also ein bissl durchs Internetz gezogen, diverse Plattformen, Foren etc. durchstöbert und beschlossen: „…So ein kleiner Wohnwagen gehört her…“
Eine Weile hats gedauert und dann hab ich doch das passende Modell (so hoffe ich doch) gefunden: Ein alter Eriba Pan Familia (angeblich für 3 Personen).

Zugeschlagen, heimgebracht, angeräumt und ein paar Tage später nach Tschechien zum alljährlichen „mit-dem-Crosser-in-einem-Nachbarland-die-Gegend-erkunden“…
Demnächst hier in diesem Theater ein Bericht!

Jun 01

„Bucklige“ wieder einmal

Dienstag, ich hab frei, das Wetter ist traumhaft (eigentlich viel zu heiss, wie sich später herausstellt), ich hab mir schon am Wochenende eine Runde durch die „Bucklige“ überlegt. In der Früh hab ich schon wieder herumgetrödelt (Gartenbegehung, giessen…) und steig erst um 09:00 Uhr aufs „2er“-Radl…
Rüber Richtung Mattersburg, über den Sieggrabener, runter nach Weppersdorf, Markt St. Martin, ein Schwenk nach rechts und die erste Prüfung: rauf nach Landsee – auweh, auweh, ist das scheiss steil, so hab ichs gar nicht in Erinnerung…
Im Cafe Pur ein 2. Frühstück und dann gehts weiter. Auf und ab und auf und ab über Blumau, Stang, Aigen… nach Kirchschlag. Weiter nach Krumbach, dort ist wieder einmal ein Jausen- und Flaschen-Nachfüll-Stopp notwendig (hat eh schon 29°C zeigt irgendwo eine Tafel an). Die letzte Steigung zum „Weissen Kreuz“ und dann gehts eigentlich nur mehr bergab Richtung Wr. Neustadt. Noch ein Jausenstopp in Katzelsdorf beim Heurigen Böhm und dann ab nach Hause…

Fazit: Immer wieder schön in der Buckligen Welt – viele Möglichkeiten auf einsamen Strassen, schöne Gegend, wenig Verkehr, immer auf und ab mit ein paar ziemlich fordernden Steigungen…

Nachtrag (weil gefragt wurde): die Route [Details auf Strava]

Mai 21

Holunderblütensirup

Holunderblütensirup ist so ziemlich das erste, was ich produziere (von den paar Gläsern Bärlauch-Pesto abgesehen) und heuer hab ichs so richtig erwischt. Der schönste Tag der Woche, windig, aber sehr sonnig und die (1. Partie) Blüten schon vollreif… Fast 2 kg Blüten, Bio-Zucker (ich nehm keinen Sirup-Zucker, der schmeckt irgendwie – mMn – „künstlich“), Bio-Zitronen, ein paar Liter Wasser… Und dann das ganze ein paar Tage kühl und dunkel stehen lassen.
Heute hab ich ein Probeglaserl abgeschöpft – sagenhaft die Farbe und der Geschmack! Morgen wird dann abgeseiht, nochmal aufgekocht und ein bissl eingedickt, in Flaschen abgefüllt und kühl gelagert. Und weils immer ein bissl mehr wird, als ich selber trinken kann, kann man ein paar Flaschen auch in meinem Online-Shop käuflich erwerben!

Mai 08

beim 300er-Brevet verreckt…

300er-Brevet: haben fertig...Ein Wochenende nach dem Sardinien-„Trainingslager“ steht der 300er-Brevet mit Start und Ziel in St. Georgen im Attergau am Programm. Eine wunderschöne Strecke, alles wie immer bestens organisiert von Ferdinand und Edith.
Viel zu viel überlegt im Vorhinein: 1er-Radl (leicht, flott, relativ gut übersetzt – aber keine passende Tasche für die Karbon-Sattelstütze), 2er-Radl (schwerer, deppert übersetzt) – aber Platz für alles (grosses Tascherl hinten – als Gwand-Depot, wenns beim Start kalt ist und dann warm wird…).
Die Wahl fiel aufs 2er-Radl (falsch, wie sich herausstellte).
Am Startort treff ich mich mit Frau P., Herrn W. und Herrn F. – wir wollen gemeinsam fahren. Start wäre um 07:00 Uhr, nach Rechnung (Strecke, Höhenmeter und im hellen heimkommen wollen) wäre ein Start um 06:00 Uhr besser – der Präsident ist einverstanden.
Also starten wir zu viert um 06:00Uhr, es ist noch relativ frisch, es geht bergauf, bergab (relativ) flott dahin. Ich merke gleich am Beginn – irgendwie gehts nicht so, wie es gehen sollt, aber ich bemühe mich. Irgendwann bei km 100 oder so meld ich mich bei der Gruppe ab: „…fahrts ohne mich, ich würd euch nur aufhalten, ich kann heut nicht…“.
Bei der 2. Kontrollstelle am Pillersee komm ich schon ca. eine halbe Stunde später an. Egal, ich kurble alleine weiter – ist mir eigentlich eh lieber, so kann ich wenigstens meinen eigenen Rhythmus fahren. Und dann – bei km 200 oder so – gehts richtig zur Sache, Hochkönigstrasse – auweh. Ich schaue, ob ich noch einen Gang habe, nein, da is nix mehr… Also langsam kurbeln, absteigen und ein bissl schieben, wieder aufsteigen und kurbeln, wieder absteigen und ein bissl schieben – das wiederholt sich ein paar Mal.
Aber ich komm über den/die Berg(e). In Bischofshofen 10 Minuten Pause, ein braunes Zuckerwasser, ein Schinkenweckerl, Flasche nachfüllen und dann gehts weiter. Es geht mir wieder (halbwegs) gut. Bei der 3. Kontrollstelle treff ich den Ferdinand und noch ein paar, die sind aber gerade am Aufbruch. Ich ess noch eine Kleinigkeit und fahr dann alleine ins Ziel.
Nach 321 km (weil ich mich wie üblich ein- oder zweimal verfahren habe) und 3.663 hm komm ich im finstern nach 16 1/2 Stunden an…
Nachtrag: In den Bezirksblättern gibts noch einen schönen Artikel vom Präsidenten.

Mai 02

Trainingslager 2017/2

StartnummerSo – ich bin wieder da, und wie ich hier versprochen habe, gibts ein kleines G’schichtl: Die Anreise war – trotz einiger kleinerer Baustellen auf der/den Autobahn/en stress- und staufrei und ich bin rechtzeitig (eigentlich viel zu früh) in Livorno (Insider-Schmäh an die „Bike-Zombies“: die Verkehrszählerinnen sind noch im Dienst).
Nach dem einchecken suche ich mir ein ruhiges Platzerl, breite meinen Schlafsack aus und schlafe während der Überfahrt. In Sardinien angekommen – die letzten Kilometer hoch in den Nordosten nach Santa Teresa Gallura und im Marmorata Village einchecken (zum Hotel sag ich jetzt nix, lest meine Bewertung drüben auf Google-Maps).

SA, 22.04.:
Einrollen und Gegend erkunden ist angesagt…

SO, 23.04. – Brevetto Uno / Brevet Nr. 1:
Ich steh ein paar Minuten vor 06:00 Uhr in der Morgendämmerung am Start (bei der Rezeption), noch ein paar Randonneure finden sich ein, der italienische Brevet-Präsident drückt mir meine Brevet-Karte in die Hand. Frühstück? Frühstück gibts um die Zeit keines im Hotel. Mir ists egal, ich brauch eh nix… Trotzdem – der Präsi organisiert irgendwie irgendwem, der zumindest eine Kaffeemaschine anwirft und ein paar Brote oder so herrichtet. Nachdem ich eh kein Frühstück brauche, fahre ich einstweilen los. Inzwischen habe ich ja meinen alten 705er-Garmin im Griff und die Strecke gespeichert (und sicherheitshalber ein Akku-Pack und auch das Roadbook eingesteckt). Es ist noch kühl, die ersten zwei Stunden fahr ich noch mit Ärmlingen und Windjacke. Irgendwo bei km 85 oder so kommen von hinten noch 1 Dame und 5 Herren nach und ich häng mich dazu. Flott, flott, flott fahren wir dahin. Bei der Kontrollstelle in Stintino (eigentlich draussen am Capo Falcone) suchen wir ein Geschäft/Cafe/Restaurant/wtf, das uns einen Stempel auf unsere Brevet-Karte gibt – Fehlanzeige. Also wieder zurück nach Stintino, dort einen Stempel holen, eine Jause und ein paar Getränke, Flaschen nachfüllen und es geht (wieder recht flott) zurück.

MO, 24.04.:
Ausradeln, einradeln, Gegend anschauen, Kaffee (und Campari) trinken, Schinken und Käse essen…

DI, 25.04. – Brevetto Due / Brevet Nr. 2:
Ich bin pünktlich am Start (06:00 Uhr), die Italiener nicht wirklich. Ich stemple um 06:10 und fahre alleine los (ich will heute etwas gemütlicher fahren – stehen doch über 200 km mit ca. 2.600 hm auf dem Programm). Es geht wellig dahin (was hier so nach kleinen Schupfern ausschaut kann auch ganz schön wehtun –  es sind viele kleine, giftige 6 – 9%er), die Sonne scheint, der Wind ist schwach – was will man mehr. Eine Kaffeepause da, eine Jauserl dort und ab km 95 oder so wirds ein bissl bergiger. Einsame Strassen, wenig – und vor allem rücksichtsvolle – Autofahrer, der Duft der wilden Kräuter und der Macchia – schon schön! Irgendwo in einem kleinen Dorf noch eine Jausen- und Kaffeepause und trotz der relativ gemütlichen Fahrt bin ich nach knapp 11 Stunden wieder „daheim“.

MI, 26.04.:
Ausradeln, einradeln, Gegend anschauen, Kaffee (und Campari) trinken, Schinken und Käse essen…

DO, 27.04. – Brevetto Tre / Brevet Nr. 3:
Auf dem Programm steht ein 200er drüben in Korsika. Kurz vor 06:00 Uhr mache ich mich auf den Weg vom Hotel zum Hafen. Es ist noch dunkel und irgendwie riecht es nach Regen und der Wind ist verdächtig. Ich drehe nochmal um und tausche die dünne Regenjacke gegen die etwas dickere Löffler Colibri. Und das ist gut so, stellt sich später heraus. Wir treffen uns einander im Hafen, trinken Cappuchino und erfahren dann: „…Das Schiff hat irgendeinen Defekt und kann nicht auslaufen…“. Na gut, der Brevet-Präsident stoppelt eine Ersatz-Runde zusammen und es wird beschlossen, gemeinsam zu fahren. Gesagt, getan – es ist etwas kühler als die letzten Tage, der Wind ist stärker und es fallen sogar ein paar Regentropfen. Meine Vermutung (bzw. Angst), es wird wieder Vollgas gefahren, bestätigt sich zum Glück nicht – alle spüren die Kilometer und Höhenmeter der letzten Tage und es geht relativ gemütlich zur Sache. Domenico (der einheimische Randonneur) führt uns rauf und runter, kreuz und quer über einsame Strassen, abgelegene Dörfer. Ein paar Kaffee- und Jausenstopps sind obligat und auch notwendig – ein paar Mal heisst es: Ärmlinge und Windjacke an / Ärmlinge und Windjacke aus…

FR, 28.04.:
Ausradeln wär angesagt – aber der Wind ist mir zu stark, ich verzichte. Pack mein Klumpert zusammen, räume mein Auto ein und fahr rüber ans Capo Testa und hatsch dort im Sturm ein bissl herum. Dann zurück, Mittagessen, auschecken und ab in die Heimat…

Trainingslager Spatzi-/Mösen-Vergleich:
897 km + 9.744 hm hab ich in der Woche gemacht – Strecken- und sonstige Details auf Strava

viel mehr Foddos gibts im Album

Rennradfahren in Sardinien:
Die beste Zeit ist auf jeden Fall der Frühling, Herbst geht auch (laut sardischen Renradlern), im Sommer ist es viel zu heiss und alles ist verdörrt…
Die Strassen sind durchwegs gut asphaltiert und ausreichend beschildert, eine Strassenkarte (analog) oder eine entsprechende App – ich verwende MAPS.ME (gratis) und phonemaps (ein paar Euro) – sind anzuraten, es gibt etliche kleine Verbindungsstrassen und auch ein paar Sackgassen.
Es geht – zumindest im Norden –  immer bergauf, bergab, kaum längere flache Stücke, Steigungen von 4% bis 9%, wenige 10-12%, aber die kleinen sind tückisch (vor allem, wenns den ganzen Tag so dahingeht – die Einheimischen fahren alle Kompakt und 12-32 oder sogar 12-34).
Rechzeitiges Flaschen nachfüllen nicht vergessen, Brunnen sind rar und die Orte sind manchesmal weit auseinander (und nicht überall gibts ein Lokal).
Fragen, Wünsche, Kochrezepte?